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Heißes Thema

(42 x gelesen) im
Juni 07 2019

 

Freitag

Ach ist das aufregend! Ist das aufregend!

Bist du schon mal fremd gegangen? Ich ja. Öfters. Ehrlich. Und wahrscheinlich werde ich das noch öfters tun. (geschockte, erschrockene Gesichter) Nun müsste man, um sich zu rechtfertigen, definieren, was Fremdgehen bedeutet. Wenn das Mädchen zu dir kommt, bleibst du ja da und brauchst nicht gehen. Dann ist das nicht Fremdgehen. Höchstens Fremdbleiben. Und wenn du das Mädchen schon kennst, ist sie nicht mehr fremd. Egal, ob sie zu dir kommt oder du zu ihr. Bekanntbleiben oder Bekanntgehen. Man(n) muss es nur gescheit anstellen, dann ist Fremdgehen gar nicht Fremdgehen. Und schon bist du fein aus der Sache raus bei eventuell später folgenden Fragen in der näheren Verwandtschaft... „Bist du etwa fremd gegangen!!!!????“ „Ähm.... nööö.“ Unschuldig guck.

Es gab bisher in meinem Leben nur eine Frau, bei der ich wirklich fremdgegangen bin. Zwei mal sogar. Ganz klassisch. Zu der bin ich gegangen und die kannte ich auch nicht. Später dann hab ich mit ner Bekannten rumgemacht. Und ich könnte mir vorstellen, dass ich noch öfters fremdgehen oder bekanntgehen werde. Ist irgendwie aufregend. Mit Karoline, Konstanze, und später vielleicht Beatrice, Victoria, Christa und wie sie alle heißen werden.

Naja, lassen wir das. 

Wenn ich ein Vöglein wär, könnt ich fliegen, wenn ich zwei Vöglein wär, könnt ich hinter mir her fliegen und wenn ich drei Vöglein wär, könnte ich sehen, wie ich hinter mir her fliege. Logisch. Wobei das jetzt mit den Vögeln nicht direkt mit Fremdgehen zu tun hat. Oder vielleicht doch? Gehört ja irgendwie zusammen. Heute geht es mir, als wäre ich das drei-Vögelchen. Ich kann sehen, wo ich liege, wenn ich immer mit Daisy rummach. Schräg gegenüber. Das Bett, daneben Daisy, ein Tisch, die Bedienkonsole fürs Bett, der Platz unterm Bett, wo die Schuhe immer stehen. Daisy zwinkert mir von dort immer mal zu. Echt! Ich glaube, sie leidet ein wenig drunter, dass ich so nah und doch so fern bin für sie. Das ist ja öfters so im richtigen Leben. Man ist sich so unheimlich nahe, versteht sich, mag sich, eine gewisse gegenseitige Sympatie ist nicht auszuschließen, die Sehnsucht ist da und doch sind mehr als gefühlte 500 km dazwischen. Hier bei Daisy sind es aber nur vier Meter. Und doch wie 500 km. Aus „betriebsinternen Gründen“ wurde ich heute in das Bett gegenüber verwiesen. Natürlich steht da nicht Daisy, sondern Karoline ( besser klingt ihr englischer Name: Kärrolein). Mit ihr bin ich heute zusammen. Meine allerersten beiden Dialysen hier habe ich schon mal mit diesem Mädchen verbracht. Damals kannte ich sie noch nicht. Sie war fremd für mich und ich bin zu ihr gegangen. Zwei mal. Typischer Fall also. Danach kam ich zu Daisy gegenüber. Und ich könnte mir vorstellen, dass solche Situationen noch öfters in meiner Dialyse-Karriere passieren. Man kommt und steht plötzlich vor einer Fremden. Und man kann sich nicht dagegen wehren, wenn sie lockt mit ihrem Display, den Schläuchen und dem süßen Schnurren. „Da musst du durch als Lurch, wenn du ein Frosch werden willst.“ (Spruch meiner Tochter)

Aber Karoline macht ihre Sache ja auch ganz gut. Die Werte sind zufriedenstellend, alles okay. Natürlich der Blutdruck, der ist bei 161/77. Klar! Seh du dich mal plötzlich mit einer anderen konfrontiert, dich neben sie zu legen und lass deinen Blutdruck bei 120/60. 

Ein Held, wer das kann.

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