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Mai 27 2019

Montag

 

Schönes Wochenende gehabt? Ja? Geschieht euch recht!

Ich auch.

 

Kommt eine Frau zum Bäcker und verlangt 99 Brötchen. Fragt der Bäcker : „Kann ich Ihnen nicht 100 Brötchen geben, das rechnet sich besser?“ Meint die Frau empört: „100 Brötchen!!! Wer soll die denn alle essen?“

Ich erinnere mich an meine ersten Tage hier. Da hatte ich zwei halbe Brötchen. In der zweiten Woche dann vier. Seit letzter Woche nun fünf. Die Zeit beginnt, dass ich meinen Hunger am Mittag unter Kontrolle hab. Fünf ist genug. Fünf macht satt. Fünf macht zufrieden. Doch nun hatte mein Nachbar am Freitag ein belegtes Brötchen vom Bäcker geschenkt bekommen. Wegen dem Belag und weil er ja auch vier halbe zum Frühstück bekommt, fragte er mich, ob ich das belegte noch möchte. Klar, wollte ich. Also am Freitag sieben halbe Brötchen. Doch ich muss sagen: „Sieben halbe Brötchen!!! Wer soll die denn alle essen?“ Ich hatte Mittag zu Hause so gut wie keinen Hunger und war auch den ganzen Nachmittag ziemlich essens-resistent. Heute also wieder nur fünf halbe Brötchen. Man muss ja nicht übertreiben...

Und da jede Sache drei Seiten hat (meine, deine und die richtige), ist mir auch hier etwas aufgefallen. Ein Dia-Tag beginnt für mich 06:30 Uhr. Das übliche Morgenprogramm, ohne Frühstück, nur ein Schluck Wasser zu den Medis. Taxi, Klinik, Anschließen. Und da ist schon der ganz große Hunger da. Und mit Leichtigkeit kann ich vier halbe Brötchen verdrücken, manchmal das fünfte auch, doch das hebe ich mir meist für später auf. Wenn ich aber zuhause bin, einen ähnlichen Zeitplan hab und mich an den Frühstückstisch setze, hab ich zu tun, dass ich zwei/drei halbe Brötchen schaff. Oder eine Scheibe Mischbrot.

Tja, du kommst zu Daisy, setzt dich hin und schon hast du permanent einen halben Liter Blut weniger im Körper, weil Daisy den braucht. Die zieht das Wasser raus, das Blut wird „dicker“, Wasser läuft aus dem Gewebe nach, Daisy zieht wieder raus und so weiter. Dann bekommst du entweder Eisenpräparat oder das Epo, womit der Körper auch zurecht kommen muss. Und jede Schwester und jeder Arzt bestätigt immer wieder: „Ist ja auch anstrengend und Schwerstarbeit für den Körper.“ Klar, als ich früher bei der Mission in der Werkstatt an den LKW´s geschraubt hab, war das auch Schwerarbeit. Und unser Koch hat mich kaum satt bekommen...

Die nachmittägliche Müdigkeit liegt nicht unbedingt an Daisy. Die Ärztin bescheinigt mir, auch gesunde und jüngere Leute sind bei dem momentanen Wetter müde. Wie machen das andere Dialytiker? Hab in nem Forum gelesen, dass eine Frau morgens vor und mittags nach der Dia 10 km mit dem Fahrrad hin und zurück fährt. Vielleicht wohnt die ja im Flachland, wo man am Freitag schon sieht, wer am Sonntag zu Besuch kommt? Da muss man kaum in die Pedale treten. Aber hier in Lich...?

Dazu kommt noch die Müdigkeit. Doch wenn man der nicht nachgibt, wozu man ja als Neu-Rentner in Versuchung gerät, sondern sich aktiv beschäftigt und bewegt, kriegt man das auch in den Griff. Und wenn man nachts genug Schlaf hat...

Die Ärztin ist zufrieden mit meinen Werten. Kalium 4,9; Hb 12. Alles andere stimmt auch. Das Allgemeinbefinden ebenfalls.

Was will ich mehr?

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