*
Mai 20 2019

Montag

 

Fünf Brötchen! Ich müsste ein Foto machen. „Nu mach doch ma n Foto! Nu von was denn? Nu von Rom!“ Udo Struz und Tochter Schagglien.

Der Tag fängt also schon mal gut an. Nur mit der Rechnung bei der Bestellung hab ich mich Freitag verhauen. Ich hab für die fünf Brötchen zwei mal Wurst, zwei mal Käse und zwei mal Salami bestellt. Drei mal zwei ist fünf plus keine Ahnung wieviel. Als wir das in der Schule hatten, war ich grad Kreide holen im Lehrerzimmer. Heute fehlt einmal Salami.

Wochenende vorbei. Schön war‘s. Erholung pur. Selbst das Trockengewicht hab ich im Griff behalten. Obwohl ich im Garten (wo sonst?) manchmal Durst hatte wie eine schwangere Bergziege. Und ich die Wassertabletten vergessen hatte. Aber es ist schon so: dem Körper geht es so gut, wie es der Seele gut geht. Auf der Webseite einer meiner (Ex-)Kundinnen steht der Spruch von Oscar Wilde: „ Es kommt darauf an, den Körper mit der Seele und die Seele mit dem Körper zu heilen.“ (https://heilpraktikerin-bingel.de/75/therapie) Das trifft es ziemlich gut.

Stell dir vor, du wachst morgens im Wohnwagen auf, ziehst dich an und möchtest einen Tee. Kein Gas, kein Wasserkocher. Raus, ein wenig Holz hacken, aufschichten, anzünden, warten, bis es durchgebrannt ist, Topf über die Glut, drei Minuten später Tee aufgießen und genießen. Dabei gemütlich in die Flammen schauen und träumen. Die Welt drumherum ist noch so wohltuend still, menschenstill. Nur die Vögel geben ein herrliches Sonntagmorgen-Konzert. Eintritt frei. Und keiner von den Vögeln macht zwischen den Liedern eine Ansage oder labert irgendwelchen anderen Sch...unsinn. Das ist bei den Vögeln im Radio ganz anders. Die Sonne scheint durch die Bäume und macht mit dem Tee zusammen erst den Körper, dann die Seele warm. Am Abend davor knistert das Lagerfeuer, die Vögel sind schon alle im Bett, nur die Amsel singt noch oben in der Silbertanne ihr letztes Abendlied, sonst menschenstille. Neben dem Stuhl am Feuer ein Gläschen Rotwein... Wen wundert’s da, wenn es mir gut geht? Rentner ist schön. 

Und heute hier? Klinik, Brötchen, Kaffee, Apfelschorle, iPad, Tagebuch, Webgestaltung. Die Nadeln wollten sich nicht einfach so legen lassen, trotzdem sitzen sie nun, ich hab meine Daisy wieder, sitze/liege bequem, kriege Gift und Wasser entfernt. Wen wundert’s da, wenn es mir gut geht?

Daisy wieder? Ja, am Freitag bin ich fremd gegangen (oder gelegen?). Daisy ging es nicht gut, sie musste zum Fresenius-6008-Doktor. Hab ich erst gar nicht bemerkt. Ist schon komisch, wenn du im Bett liegst und Dir wird bewusst, dass du mit ner anderen zusammen bist. Es war Konstanze vom Nachbarplatz, die für Daisy kurzerhand ausgeholfen hat.

Heute ist „Chefvisite“. Ich werde das Thema „Spenderniere“ ansprechen. Und das Problem mit meiner linken (Shunt-)Hand. Ich hab da schon seit Längerem das Gefühl, dass sie geschwollen ist, ich „Wurstfinger“ hab. Ich kann sie auch nicht mehr so fest schließen. Und in einem Finger schmerzt ein Gelenk beim Bewegen. Harnstoff-Ablagerungen? Weil der Wert über lange Zeit viel zu hoch war und noch ist? Zu viel Fleischverzehr? Zu wenig Omega 3?

Wenn der Doktor bei mir war, weiß ich sicherlich mehr.

 

 

Er war da, ich weiß mehr. Spenderniere? Läuft. Es werden dazu im Sommer verschiedene Untersuchungen kommen, dann kann ich auf eine Niere warten.

Die Wurstfinger? Rückstau von Venen, die normalerweise Blut von der Hand zum Herzen fließen lassen. Durch den Shunt ist die Hauptvene unter Druck und so kann  das Blut nicht so einfach aus der Hand abfließen. Wie auf der Autobahnabfahrt. Staut sich’s auf der Landstraße, staut sich’s auch auf der Autobahn. Arm öfters hochlegen soll helfen oder zumindest lindern.

Fingergelenk? Die Sehne ist verkürzt. Regelmäßig einreiben (meine Frau wird jubeln!), bewegen, massieren soll helfen oder zumindest lindern. Keine Ablagerungen.

Noch ein Fakt: Hart aber nüchtern: Kreatinin steigt permanent an. Ein Zeichen, dass die Nierenleistung weiter nachlässt. Punkt. Diskussionslos. Schonungslos. Ich wusste es schon immer. Komm damit zurecht. Es wird angedacht, länger mit Daisy zusammen zu sein. Aber mehr wegen dem Harnstoff.

Kommentar 0
blockHeaderEditIcon
blockHeaderEditIcon
blockHeaderEditIcon
Benutzername:
User-Login
Ihr E-Mail